US-Generalkonsul Brian Heath besucht die IRGW – www.irgw.de/aktuelles 30. März 2026
Acht Jahrzehnte nach der ‚Speech of Hope‘ von US-Außenminister James F. Byrnes in Stuttgart, besucht US-Generalkonsul Brian Heath die IRGW. In seiner Stuttgarter Rede der Hoffnung hatte der damalige Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika nach den Gräueln der Nationalsozialisten vorsichtig einen Weg zurück in die Völkergemeinschaft angedeutet. Umso mehr freuten sich Prof. Barbara Traub und Mihail Rubinstein vom Vorstand der IRGW den Diplomaten aus Frankfurt / Main zum Besuch in der jüdischen Gemeinde im Herzen Stuttgart empfangen zu können, die sich augenzwinkernd und mit Stolz ‘The Jewish Heart of The Länd‘ nennt.
Stuttgart, den 27. März 2026 – 9. Nissan 5786

Die Große Stuttgarter Synagoge war die erste Synagoge, die in der jungen Bundesrepublik neu errichtet wurde. Dabei spielten die Vereinigten Staaten von Amerika nicht nur für die Befreiung vom Nationalsozialismus eine Schlüsselrolle, sondern auch für die Wiedergründung der jüdischen Gemeinde, wie Prof. Barbara Traub und Mihail Rubinstein dem hohen Gast erläuterten. Noch heute hält man für Gäste aus dem englischsprachigen Ausland hebräisch-englische Gebetsbücher (sg. Siddur / pl. Siddurim) bereit, die seinerzeit der US-Militärrabbiner Herbert S. Eskin von der 100. Infanterie Division der US Army für die Gemeinde besorgt hatte. Er war es auch, der die Überlebenden der Konzentrationslager (sog. Displaced Persons / DPs) aus dem Umland, insb. Vaihingen/Enz, Echterdingen, Leonberg, Riexingen, Hailfingen und dem Heilbronner Land im DP-Lager in der Stuttgarter Reinsburgstraße versammelte und mit ihnen am Samstag, den 2. Juni 1945 den ersten G‘‘ttesdienst der Gemeinde nach der Shoah gefeiert hat.

Von der Entwicklung, welche die jüdische Gemeinde in den Jahrzehnten seither genommen hat, konnte sich Generalkonsul Brian Heath beim anschließenden Besuch in der Kindertagesstätte Gan HaShalom – Lea-und-Henry-Ehrenberg-Kindergarten und unserer Eduard-Pfeiffer-Schule (EPS) selbst ein Bild machen. Auch für die beiden Vorstände der Gemeinde, Prof. Barbara Traub und Mihail Rubinstein ein ergreifender Moment zu beobachten, wie die Jüngsten der Gemeinde konzentriert an ihren Ausmalbildern für das bevorstehende Pessach-Fest arbeiten.
Bereits voll auf das Fest der ungesäuerten Brote eingestellt, wartete beim Gespräch im Sitzungszimmer der Gemeinde ein großer Teller Obst auf die Gäste: Chametz, also „Gesäuertes (aus Mehl)“, ist vor Pessach tabu. Und natürlich berichteten Prof. Barbara Traub und Mihail Rubinstein auch vom IRGW-Jugendzentrum HaLev (hebr. das Herz) und der bevorstehenden Jewrovision 2026, die vom 14. bis 17. Mai 2026 auf der Landesmesse in Stuttgart stattfinden wird. Sie steht heuer unter dem Motto ‘Voices of Hope‘, wie beide schmunzelnd anmerken, auch wenn die Organisatoren vom Zentralrat der Juden dabei sicher nicht unbedingt an die bedeutende Rede des seinerzeitigen US-Außenministers James F. Byrnes gedacht haben mögen. Unser Jugendzentrum HaLev, wird in diesem Jahr – gemeinsam mit Burkhard C. Kosminski (Intendant des Schauspiels Stuttgart) – für seine außergewöhnliche Jugendarbeit für die nächste Generation junger, jüdischer Stuttgarter:innen von der Landeshauptstadt Stuttgart, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) und der IRGW mit der diesjährigen Otto-Hirsch-Auszeichnung geehrt. Termin für die feierliche Verleihung: Montag, 22. Juni 2026, 18.00 Uhr im Großen Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses. Ob es der enge Terminkalender von Generalkonsul Brian Heath erlauben wird, bei Jewrovision und/oder dem Festakt zur Verleihung der Otto-Hirsch-Auszeichnung dabei zu sein, das entzieht sich unserer Kenntnis. Doch Prof. Barbara Traub und Mihail Rubinstein ließen keinen Zweifel daran, dass man sich über ein Wiedersehen mit dem sympathischen Diplomaten aus New Jersey ganz bestimmt sehr freuen würde.
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