Beim Blick in die Vergangenheit finden wir eine tiefe Verwurzelung unserer Gemeinde in unserem Land ebenso vor, wie in unserer jüdischen Religion, Kultur und den jüdiscen Traditionen. Wir finden zahlreiche Beispiele bewundernswerter Widerstandsfähigkeit, aber auch der Verzweiflung. Sie legt Zeugnis ab von großartigen Menschen und von den Abgründen unserer gemeinsamen Vergangenheit.

Die Geschichte unserer Gemeinde hier in Württemberg hat uns als Gesellschaft auch heute viel zu sagen für die Gestaltung unseres Hier und Jetzt: Mahnung, die Zukunft stets in Verantwortung vor G“tt und den Menschen zu gestalten; gleichzeitig auch Ermutigung und ein Quell für Kraft und Zuversicht zugleich.


Eröffnung des Schwäbisch Gmünder Büros des Jüdischen Bildungswerks Württembergs (JBW)

Erweiterung des jüdischen Friedhofs in Stuttgart

Ergänzung des Staatsvertrags des Landes Baden-Württemberg mit den Israelitischen Religionsgemeinschaften Baden (IRG Baden) und Württembergs (IRGW) um Sicherheit als dritter Säule 8. November 2024 – 7. Heshvan 5785 und Inkrafttreten durch Austausch der Ratifikationsurkunden am 20. Januar 2025 – 20. Tewet 5785

Anlässlich ihres 15-jährigen Bestehens wird die Jüdische Grundschule Stuttgart (JGS) in Eduard-Pfeiffer-Schule (EPS) umbenannt

Eröffnung des Jüdischen Bildungswerks (JBW)

20-jähriges Bestehen der IRGW-Zweigstelle Reutlingen und 10-jähriges Jubiläum der IRGW-Zweigstelle Aalen

Gründung des Trägervereins Domus Judaeorum e.V. für das Gebäude der mittelalterlichen Schwäbisch Gmünder Synagoge

Erstmals Jüdische Kulturtage Esslingen unter dem Titel LeChaim – Jüdisches (Er)Leben in Esslingen

Ernte des ersten Jahrgangs des koscheren Weins LeChaim im Staatsweingut Weinsberg

70 Jahre Neue Synagoge Stuttgart

Unterzeichnung der Stuttgarter Erklärung gegen Hass und Hetze durch die Innenminister von Bund und Ländern in der Stuttgarter Synagoge

Berufung der ersten Polizeirabbiner für Württemberg und für Baden

Festjahr 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

75. Jahrestag der Befreiung

Jubiläum 200 Jahre Synagoge Esslingen

15 Jahre IRGW-Zweigstelle Heidenheim

Gemeinsamer Fachtag Antisemitismus – Jüdisches Leben zwischen Sicherheit und Unsicherheit des Innenministeriums und der IRGW im IRGW-Gemeindezentrum Hospitalstraße / Stuttgart

Feierliche Einbringung der neuen, durch Stuttgarter Bürger:innen gestifteten Tora-Rolle in die Große Stuttgarter Synagoge am 26. September 2018 – 17. Tischri 5779

Berufung eines Beauftragten gegen Antisemtismus durch die Landesregierung von Baden-Württemberg

Jugendbildungsreise der IRGW nach Israel aus Anlass der 70-jährigen Unabhängigkeit der Republik Israel

Eröffnung des neu gestalteten, behindertengerechten Eingangsbereichs zum IRGW-Gemeindezentrum Hospitalstraße / Stuttgart und Eröffnung des Vorplatzes

Feierliche Einbringung einer neuen, durch IRGW-Mitglieder gestifteten Tora-Rolle in die Ulmer Synagoge am 3. Dezember 2017 – 15. Kislew 5778

Feierliche Einbringung einer neuen, durch Esslinger Bürger:innen gestifteten Tora-Rolle in die Esslinger Synagoge am 7. Juni 2016 – 1. Siwan 5776

Einweihung des aus Anlass des 70. Jahrestags der Befreiung durch Veteran:innen der IRGW gestifteten Mahnmal zum ewigen Gedenken an die jüdischen Gefallenen und Opfer der Shoah 1933-1945 auf dem jüdischen Friedhof Stuttgart

Erstverleihung der Joseph-Ben-Issachar-Süßkind-Oppenheimer-Auszeichnung durch den Landtag von Baden-Württemberg und die IRGW

Einweihung der erweiterten Räume der Kindertagesstätte Gan HaShalom der IRGW in Stuttgart

Beteiligung am Rahmenprogramm zu den zentralen Feierlichkeiten zum Jahrestag der Deutschen Einheit in Stuttgart

Feierliche Eröffnung der Ulmer Synagoge der IRGW in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck und Ministerpräsiden Winfried Kretschmann am 2. Dezember 2012 – 18. Kislew 5773

Eröffnung des IRGW-Gemeindezentrums Im Heppächer in Esslingen am 18. März 2012 – 24. Adar 5772

Abschluss des Staatsvertrags des Landes Baden-Württemberg mit Israelitischer Religionsgemeinschaft Baden (IRG Baden) und Israelitischer Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW)

Eröffnung der Jüdischen Grundschule Stuttgart (JGS) am 8. September 2008 – 8. Elul 5768, seit 2023 Eduard-Pfeiffer-Schule (EPS)

Einbringung einer neuen Tora-Rolle in die Räume der IRGW-Zweigstelle Heilbronn

Überführung des jüdischen Reli-Unterrichts von der Versuchs- in die Regelform

Eröffnung der Räume in der IRGW-Zweigstelle Reutlingen

Eröffnung der Räume in der IRGW-Zweigstelle Hechingen

Eröffnung des Betsaals der IRGW-Zweigstelle Ulm im Mai 2002

Dritte Aufstockung des Verwaltungsgebäudes der IRGW

Neubau des Altengerechten Wohnens der IRGW

Beginn der Neuzuwanderung durch Jüdische Kontingentflüchtlinge aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion

Zweite Aufstockung des Verwaltungsgebäudes der IRGW, Neubau des Kindergartens und Renovierung der Großen Stuttgarter Synagoge

Erste Aufstockung des Verwaltungsgebäudes der IRGW

Feierliche Eröffnung der Großen Stuttgarter Synagoge in Anwesenheit von Ministerpräsident Reinhold Maier am 13. Mai 1952 – 18. Ijar 5712

Beschluss zum Wiederaufbau der Stuttgarter Synagoge; als Architekt wird Ernst Guggenheimer mit dem Neubau beauftragt

Wiederanerkennung der Israelitischen Kultusvereinigung Württembergs (IKVW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts, heute: Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW)

Gründung einer Talmud Tora Schule im DP-Lager Reinsburgstraße

Einrichtung von Auffanglagern für Displaced-Persons, sog. DP-Lager u.a. in der Stuttgarter Reinsburgstraße

Erster öffentlicher G“ttesdient im DP-Lager Reinsburgstraße an Schabbat BeHaalotcha am 2. Juni 1945 – 21. Siwan 5705, geleitet durch Rabbiner Herbert S. Eskin, Chaplain der U.S. Army

Einrichtung der Chaim Nachman Bialik-Volksschule im DP-Lager Reinsburgstraße

Am 1. Dezember 1941 – 11. Kislew 5702 verlässt der erste Deportationszug mit knapp 1.000 Juden den Stuttgarter Nordbahnhof

Zwischen dem ersten Transport und dem letzten 1945 werden mehr als 2.500 Juden aus ganz Württemberg über den Nordbahnhof nach Theresienstadt, Riga, Izbica und nach Auschwitz deportiert

Am Ort, von wo aus die Deportationszüge den Stuttgarter Nordbahnhof verließen, erinnert heute die Gedenkstätte Zeichen der Erinnerung (ZdE) an das Schicksal dieser Menschen

Zusammenfassung der jüdischen Gemeinden in Württemberg zur Stuttgarter Großgemeinde

Von 44 in Württemberg bestehenden Synagogen werden in den November-Pogromen zwölf gebrandschatzt und zerstört; 25 weitere werden geschändet. Sieben Synagogen bleiben weitgehend verschont. Zahlreiche jüdische Männer werden verhaftet; aus Stuttgarter werden sie in die Konzentrationslager in Welzheim und Dachau verschleppt

Erlass der Nürnberger Gesetze am 15. September 1935

Sog. Machtergreifung am 30. Januar 1933

Um die Jahrhundertwende leben in Stuttgart ca. 2.700 Juden. Bis 1925 wächst Ihre Zahl auf 4.548. In Württemberg schätzt man die Anzahl von Bürger:innen jüdischer Religionszugehörigkeit auf rd. 10.000

1933 werden 4.490 Juden in Stuttgart gezählt. In Württemberg existieren zu diesem Zeitpunkt 51 Israelitische Gemeinden. Neben Stuttgart sind weitere große Gemeinden u.a. in Heilbronn (ca. 900 Mitglieder) und Ulm (ca. 560 Mitglieder)

Gründung Israelitischer Jungfrauenverein zur Unterstützung der Ausbildung junger, armer Mädchen

Gründung der jüdischen Höheren Töchterschule in Stuttgart

Feierliche Einweihung der Heilbronner Synagoge

Feierliche Einweihung der Ulmer Synagoge

Mit Inkrafttreten der Reichsverfassung fällt das Verbot von Mischehen

Gesetz betr. die bürgerlichen Verhältnisse der israelitischen Glaubensgenossen“ vom 21. Juli 1864 verleiht den in Württemberg ansässigen Juden die gleichen bürgerlichen Rechte wie Christen

Feierliche Einweihung der Stuttgarter Synagoge am 3. Mai 1861 – Ijar 5621; die Grundsteinlegung erfolgte am 26. Mai 1857

Erwerb des Anwesens in der Hospitalstraße in Stuttgart, auf dem sich auch heute noch das Stuttgarter Gemeindezentrum der IRGW befindet

Erziehungsinstitut für Töchter wird in Stuttgart eröffnet

Einweihung des Stuttgarter Betsaals in der Langgasse 16

Die Israelitische Oberkirchenbehörde – Vorläuferin der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs K.d.ö.R. (IRGW) – konstituiert sich am 5. Januar 1832.

Im Laufe des Jahres werden 13 Rabbinate gebildet. Das Ministerium des Innern legt am 8. August 1832 die Anzahl der jüdischen Gemeinden in Württemberg auf 41 fest.

Das Gesetz in Betreff der öffentlichen Verhältnisse der israelitischen Glaubensgenossen vom 25. April 1828 sichert in Artikel 48 Religionsfreiheit zu

Offizielle Gründung der Jüdischen Gemeinde Stuttgart

erneuter Zuzug von Juden nach Württemberg; in Stuttgart finden bereits seit von 1804 wieder G’’ttesdienste in jüdischen Privatwohnungen statt

sog. Ausschließung der Juden entsprechend des Testamentes von Herzog Eberhard im Bart

Mit Ausnahme sog. reichsritterlicher Dörfer (z.B. Freudental im LKR Ludwigsburg) ist die Ansiedlung von Juden im gesamten Herzogtum Württemberg verboten; weitere Ausnahmen bilden sog. Schutzjuden, die mit ihren Familien aufgrund einer besonderen Erlaubnis des Herrschers in Württemberg leben dürfen (z.B. Joseph Ben Issachar Süßkind Oppenheimer oder Chaille (Karoline) Kaulla)

in der Stuttgarter Chronik werden wieder Synagoge und Mikwe („Judenbad“) in der Judengasse 12, heute: Brennerstraße, erwähnt

allgemeine Judenverfolgung in den sog. Pestpogromen. Mit der Zerstörung der Synagoge und der sonstigen Einrichtungen ende die erste jüdische Gemeinde in Stuttgart

erste urkundliche Erwähnung eines Stuttgarter Juden namens Leo; es gibt jedoch bereits eine „Judengasse“ und eine sog. „Judenschule“ (= Synagoge)


Links:

Arbeitsgemeinschaft Alemannia Judaica
www.alemannia-judaica.de

Findbuch des Stadtachivs Stuttgart
www.stadtarchiv-stuttgart.findbuch.net

Landeskunde entdecken online – leo-bw
www.leo-bw.de

Stadtarchiv Stuttgart
www.stuttgart.de/stadtarchiv

Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland (ZEGJ)
www.zentralarchiv-juden.de

Yad Vashem
www.yadvashem.org

Landesdenkmalamt Baden-Württemberg: Dokumentation der jüdischen Grabsteine in Baden-Württemberg
www.landesarchiv-bw.de

United States Holocaust Memorial Museum
www.ushmm.org

Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
www.stiftung-denkmal.de


Literatur:

Berger, Joel (2013): Der Mann mit dem Hut. Geschichten meines Lebens. Aufgezeichnet von Heidi-Barbara Kloos. Tübingen: Klöpfer und Meyer

Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg (Hg.) (1998): Die Nacht als die Synagogen brannten. Texte und Materialien zum 9. November 1938; als Bausteine ausgearbeitet

Janotta, Martin / Herbasch, Josef (2022): Jüdisches Leben in Württemberg. Gestern und heute. Leinfelden-Echterdingen: Verl. Junge Gemeinde

Marx, Hannelore (November 2011): Brief an die Anwesenden beim Gedenken anlässlich des 70. Jahrestags des Beginns der Deportation der Württemberger und Stuttgarter Juden

Pugh, Craig (1982): Rabbi, Teach Us! Across the broad expanse of his lifetime, people have been his purpose. In: Airman Januar(1982), S. 36-40

Rannacher, Helmut (2011): Belogen und in den Tod geschickt. Beitrag zum Gedenken anlässlich des 70. Jahrestags des Beginns der Deportation der Württemberger und Stuttgarter Juden

Saur, Paul / Hosseinzadeh, Sonja (2002): Jüdisches Leben im Wandel der Zeit. 170 Jahre Israelitische Religionsgemeinschaft, 50 Jahre neue Synagoge Stuttgart. Herausgegeben von der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, Körperschaft des öffentlichen Rechts. Gerlingen: Bleicher Verl.

Traub, Barbara / Blume, Michael (2022): Wenn nicht wir, wer dann? Ein Gespräch nach 1.700 Jahren jüdischen Lebens in Deutschland. Leinfelden-Echterdingen: Patmos

Zelzer, Maria (1964): Weg und Schicksal der Stuttgarter Juden. Ein Gedenkbuch. Herausgegeben von der Stadt Stuttgart. Stuttgart: Ernst Klett Verl.


Israelitische Kultusvereinigung Württemberg und Hohenzollern (Hg.) (1952): Festschrift zur Einweihung der Synagoge in Stuttgart am 18. Ijar 5712 (13. Mai 1952)


mit Ansprachen von
Josef Warscher, geschäftsführender Vorstand
Ernst Guggenheimer, Architekt
Dr. Reinhold Maier, Ministerpräsident Baden-Württemberg
Leopold Goldschmidt, Zentralrat der Juden in Deutschland
Dr. Arnulf Klett, Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart
Rabbiner Dr. Chanan Lehrmann, Landesrabbiner Luxembourg