Freudiger Einzug einer neuen Torarolle


             Freudiger Einzug einer neuen Torarolle zum fünfjährigen Bestehen der neuen Ulmer Synagoge Stuttgart/Ulm, den 23.11.2017 – 304.846 mit dem Federkiel von Hand geschriebene Buchstaben, von denen nicht einer falsch, unleserlich oder verwischt sein darf. Dafür haben sich die Ulmer Mitglieder der jüdischen Gemeinde sowie Freunde von außerhalb mächtig ins Zeug gelegt. Denn eine Torarolle zu stiften, ist eine ganz besonders ehrenvolle Tat, wie der Ulmer Ortsrabbiner Shneur Trebnik erläutert. Geschrieben wurde die neue Torarolle für Ulm von Rabbiner Dov Ginzburg in Israel, in der Nähe von Nazareth. Jeder Buchstabe mit Bedacht gesetzt, die Zeile immer bis zum Ende beschrieben. So wie es die Tradition gebietet. Denn die Fünf Bücher Mose dürfen nicht verändert werden. Sie stehen als G‘‘ttes Wort im Zentrum des jüdischen Glaubens, wie Rabbiner Shneur Trebnik, der Ulmer Ortsrabbiner der IRGW betont, der die Initiative seiner Gemeindemitglieder von Anfang an mit Rat und Tat begleitet hat. Rabbiner Ginzburg, der Sofer bzw. Toraschreiber, hat seine Arbeit an der neuen Torarolle nun fast abgeschlossen und wird sie dieser Tage von Israel zu uns nach Württemberg bringen. Nach einer kurzen Station im Landtag in Stuttgart, wo – stellvertretend für alle Bürger des Landes – Repräsentanten der im Landtag vertretenen Parteien zu Ehren weitere Buchstaben zur Vollendung der Torarolle geschrieben werden, wird sie nach Ulm gebracht. Im Ulmer Rathaus werden, wie es die Tradition gebietet, Vertretern der Stadt Ulm zu Ehren noch letzte Buchstaben geschrieben. Dann wird die so vollendete Torarolle am Sonntag, 3. Dezember 2017 - 15. Kislew 5778, ab 16.00 Uhr in einem feierlichen Umzug durch die Ulmer Innenstadt ins IRGW-Gemeindezentrum am Weinhof eingebracht. Wir würden uns sehr freuen, wenn viele Ulmer Bürgerinnen und Bürger an diesem freudigen Ereignis teilnähmen und dem Zug der Torarolle vom Rathaus zum Gemeindezentrum folgten! Für Fragen steht Ihnen Rabbiner Shneur Trebnik, unter Mob. 0160 636 7682 bzw. trebnik@irgw.de gerne zur Verfügung. DER VORSTAND Barbara Traub M.A., Susanne Jakubowski und Michael Kashi



Fall für den Verfassungsschutz


             AfD in Baden-Württemberg: RASSISTISCHE UND ANTISEMITISCHE KREISE SIND FALL FÜR DEN VERFASSUNGSSCHUTZ Annelies Marie Frank war ein außergewöhnlich begabtes, deutsches Mädchen, geboren am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main. Im Alter von 15 Jahren wurde Annelies – nach ihrem Tod bekannt geworden als Anne Frank – im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet. Ermordet weil sie jüdisch war. Ein Mädchen unter schätzungsweise 1,5 bis 2 Mio. jüdischen Kindern und Jugendlichen, die von den Nationalsozialisten kaltblütig ermordet wurden. Kinder und Jugendliche, deren Namen uns nicht präsent sind, da sie nicht über ein so außergewöhnliches Talent verfügten, wie Annelies.„Einmal wird dieser schreckliche Krieg doch vorbeigehen, einmal werden wir doch wieder Menschen und nicht nur Juden sein!“, so notiert Annelies am 11. April 1944 in ihr Tagebuch. Sie selbst wird das Ende der Nazis nicht erleben und uns immer als ‘die Jüdin‘ Anne Frank in Erinnerung bleiben. Darum wird die 15jährige Annelies durch Neo-Nazis – stellvertretend für alle Juden! – auch sieben Jahrzehnte nach ihrem gewaltsamen Tod in übelster Weise geschmäht und verächtlich gemacht.Eine besonders verabscheuungswürdige Form der Verächtlichmachung von Anne Frank und von uns Juden ist die im Internet aufgetauchte Fotomontage einer Pizzaschachtel mit dem Konterfei Anne Franks. Darunter – quasi als Hinweis auf die Verbrennungsöfen in Auschwitz und den anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern – der Schriftzug: „Die Ofenfrische“. Nachdem öffentlich bekannt wurde, dass in einer Facebook-Gruppe mit dem Namen „Die Patrioten“, in der reichlich volksverhetzende Posts geteilt wurden, auch zahlreiche Mandatsträger und Funktionäre der Alternative für Deutschland (AfD) aktiv sind, forderte die AfD ihre dort vertretenen Mitglieder laut Medienberichten auf, umgehend aus der Facebook-Gruppe auszutreten. Ein Signal, das die stellvertretende Sprecherin des Landesvorstands der AfD Baden-Württemberg und Abgeordnete im Landtag, Dr. med. dent. Christina Baum, offenbar ganz anders interpretierte: Für Frau Dr. Baum war es das Startzeichnen, beizutreten und sich mit den dort versammelten, geistig-moralisch vollkommen fehlgeleiteten Menschen offen zu solidarisieren. Zu solidarisieren, während wir Juden mit rechtschaffenen Bürgern in den Synagogen des 79. Jahrestags der Reichspogromnacht gedachten und im Münchner Prozess um die Rechtsterroristin Beate Zschäpe mit dem Verlesen der Schlussplädoyers begonnen wurde.Wir fordern das Landesamt für Verfassungsschutz auf, mögliche verfassungsfeindliche und sicherheitsgefährdende Bestrebungen in den immer stärker zutage tretenden rassistisch-antisemitischen Kreisen der AfD künftig gezielt zu überwachen. Stuttgart, den 17. November 2017 DER VORSTAND Barbara Traub M.A., Susanne Jakubowski und Michael Kashi






Aktuelles

Rabbiner gesucht

             Die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) ist als Einheitsgemeinde das jüdische Herz Württembergs. Für unser Stuttgarter Gemeindezentrum suchen wir in Altersnachfolge unseren künftigen jungen GEMEINDERABBINER in Vollzeit. Sie sind modern-orthodox und haben ein abgeschlossenes Rabbinatsstudium (Smicha), verfügen über breite jüdische und akademische Bildung sowie erste Erfahrungen als Gemeinderabbiner. Sie gehen auf unsere Mitglieder aller Generationen zu. Sie sind der religiöse Repräsentant nach außen (Gesellschaft, Kultur und Politik). Deutsch beherrschen Sie in Wort und Schrift, Russisch im Idealfall ebenfalls. Sie akzeptieren unsere Mitglieder, ob orthodox oder liberal, ob deutschsprachig oder aus der GUS stammend und pflegen einen kooperativen Führungsstil. Ihnen als unserem künftigen Gemeinderabbiner bieten wir neben einem interessanten und anspruchsvollen Tätigkeitsfeld, das auch Raum für Eigeninitiative bietet, ein angemessenes Gehalt. Ihrer Familie bieten wir als siebtgrößte Gemeinde in der Bundesrepublik eine Kindertagesstätte (Alter 1/2 bis 6 Jahre), Grundschule, Religionsschule, Jugendzentrum, Mischpacha Club und vieles mehr. Ihre Fragen werden vertraulich von Michael Kashi, Vorstandsmitglied der IRGW unter Mob. 0049 179 6950 921 beantwortet. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung zu Händen des Vorstands an: Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg K.d.ö.R. (IRGW), Hospitalstraße 36, 70174 Stuttgart bzw. neuberger@irgw.de


Grundschullehrer/in für allgemeinbildende Fächer gesucht

             Die staatlich anerkannte Jüdische Grundschule Stuttgart (JGS) mit den Schwerpunkten Ganztagesunterricht und individuelle Förderung sucht zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine/n GRUNDSCHULLEHRER/IN für die allgemeinbildenden Fächer in Voll- oder Teilzeit ~ eine Gewinnungszulage wird gewährt ~ Wir bieten ein interessantes, spannendes und anspruchsvolles Tätigkeitsfeld mit Platz für Eigeninitiative, kleine Klassen, eine familiäre Atmosphäre und einen mit dem ÖPNV sehr gut erreichbaren Arbeitsplatz mitten in der Stuttgarter City. Da unsere Schule staatlich anerkannt ist, ist eine Verbeamtung möglich. Neben einem erfolgreich abgeschlossenen zweiten Staatsexamen erwarten wir überdurchschnittliches Engagement, Kreativität und Zuverlässigkeit. Zugehörigkeit zum jüdischen Glauben ist nicht erforderlich. Für weitere Informationen wenden Sie sich an unsere Schulleiterin Frau Mehnert unter Tel. 0711 2283 630 bzw. mehnert@irgw.de.







Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg K.d.ö.R. (IRGW)
Hospitalstraße 36 | D-70174 Stuttgart
T. 0711 / 228 36-0 | F. 0711 / 228 36-18
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